Budgetlinienmodell

Das Budgetlinienmodell ist ein Analyseinstrument, mit dem die Schnittstellen zwischen verschiedenen Transferleistungen grafisch untersucht werden können. Betrachtet werden die Mindestsicherung nach dem Sozialgesetzbuch (SGB) II und XII, der Zuschuss nach § 26 SGB II, das Wohngeld nach dem Wohngeldgesetz (WoGG), der Kinderzuschlag nach § 6a Bundeskindergeldgesetz (BKGG) und die Bildungs- und Teilhabeleistungen nach § 6b BKGG. Von den Bruttoeinnahmen eines Haushalts ausgehend werden die verfügbaren Einkommen berechnet, die sich ohne Transferleistungen und mit den verschiedenen Transferleistungen ergeben. Bei der Berechnung der verfügbaren Einkommen werden auch die Sozialabgaben, die Einkommensteuer und der Solidaritätszuschlag berücksichtigt. Die Vermögensanrechnung bleibt dagegen ausgeblendet, was gleichbedeutend mit der Annahme ist, dass keine anrechenbaren Vermögen vorliegen. Den funktionalen Zusammenhang zwischen Bruttoeinnahmen und verfügbaren Haushaltseinkommen zeigen die verschiedenen Budgetlinien. Sie lassen erkennen, bei welchen Bruttoeinnahmen eines Haushalts die einzelnen Transferleistungen einsetzen, mit welcher Rate sie bei steigenden Bruttoeinnahmen abgebaut werden (Transferentzugsrate) und wann sie auslaufen. Darüber hinaus wird sichtbar, in welchen Einnahmebereichen die Mindestsicherung und in welchen das Wohngeld mit dem Kinderzuschlag zu höheren verfügbaren Einkommen führt.

Die Einsatz- und Auslaufpunkte der Transferleistungen, die Transferentzugsraten sowie die Schnittstellen hängen von den Besonderheiten des betrachteten Haushalts ab. Von daher bietet das Budgetlinienmodell als wesentliches Element die Möglichkeit, die Haushaltskonstellation in gewissem Rahmen selbst festzulegen. Auf diese Weise ist es insbesondere möglich, Alleinstehende, Paare ohne Kinder und Paare mit bis zu vier Kindern zu betrachten, das Alter der Personen festzulegen, ihren Erwerbsstatus auszuwählen, die Bruttokaltmiete zu spezifizieren und das Mietniveau der Wohnortgemeinde anzugeben.

Die Analyseergebnisse hängen neben der Haushaltsstruktur auch vom Zeitpunkt der Betrachtung ab. Beispielsweise werden die Regelbedarfe für die Mindestsicherung und die Beitragsbemessungsgrenzen für die Sozialversicherung jährlich angepasst. Um auch diesen Änderungen Rechnung zu tragen, wird das Modell jährlich aktualisiert. Gegenwärtig liegen die Versionen für die Jahre 2014 und 2015 vor, die beide zum Download bereitstehen.

Dem Modell liegt eine Modellbeschreibung bei, die separat herunter geladen werden kann. Auch diese wird jährlich aktualisiert. In den ersten beiden Abschnitten dieser Beschreibung finden sich Hinweise zur Bedienung des Modells, während in den nachfolgenden Abschnitten die zugrundeliegenden Berechnungen detailliert beschrieben werden. Dort finden sich auch die jährlich zu aktualisierenden Werte. Sollten weitergehende Fragen auftauchen, können Sie uns diese selbstverständlich per E-Mail (budgetlinien[at]iwu.de) stellen. Kritik und Anregungen zur Verbesserung des Modells werden gerne entgegengenommen.

Interpretationsbeispiele enthält die folgende Publikation:
Kirchner, Joachim; Cischinsky, Holger; Rodenfels, Markus: Transferleistungen zur Sicherung angemessenen Wohnens, in: Zeitschrift für Sozialreform, 60. Jahrgang, 4/2014 60, S. 379-412.

Technische Umsetzung

Die Umsetzung des Modells wurde in Microsoft Excel 2007 mit Hilfe von Visual Basic for Application vorgenommen. Zur Benutzung des Budgetlinienmodells wird Microsoft Excel 2007 mit aktivierten Makros vorausgesetzt. Zum Downloadbereich gelangen Sie hier.

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